Was ist Kunsttherapie?
Manchmal, ist es für uns schwer an unsere innere Mechanismen ran zu kommen. Erinnerungen und Prägungen, die unseren Alltag mitsteuern, sind oftmals so versteckt, dass wir nicht mal wissen welchen Einfluss sie auf uns haben.
Daraus können Probleme resultieren, die wir nicht verstehen oder unlösbar scheinen.


Ein „irgendwie“ funktionierendes System, nach dem wir uns seit unserer Kindheit richten, gibt uns das Gefühl das wir am Steuer sitzen, weil wir vorhersehen können, was wahrscheinlich passieren wird, aber manchmal spüren wir, dass sich etwas in uns und unserem Leben ändern muss.
Wir Menschen sind in der Lage, unser Verhalten und unsere Emotionen so zu „erklären“ und uns zurecht zu legen, dass wir „logischerweise“ nichts ändern müssen. Aber das Leiden geht weiter und wir fühlen es.
Hier kommt die Kunsttherapie ins Spiel. Wenn wir mit Farben, Formen und Materialien in einen kreativen Prozess kommen, erschaffen wir etwas, in das das, was in unserem Inneren schlummert, direkt hinein fließen kann. Hierfür sind explizit keinerlei persönlichen künstlerischen Fähigkeiten oder Kenntnisse nötig, sondern allein der Prozess des Kreierens selbst ist entscheidend. Oder auch: nein, du muss nicht malen können.


Durch die Betrachtung und das Reflektieren dessen was da entstanden ist, können wir neue Erkenntnisse über uns erlangen und uns mit den uns beeinflussenden Mechanismen auseinander setzen. So können wir unsere sorgsam gelegten (kognitiven) Weichen umgehen und dem auf die Spur kommen, was uns steuert, ohne dass wir es bewusst wahrnehmen. Schließlich können wir dann das Steuer unserer Emotionen/unseres Lebens wirklich übernehmen.
Eine wichtige Besonderheit und Nutzen von Kunsttherapie ist, dass die Person im Rahmen des kreativen Prozesses stets selbst unbewusst (quasi automatisch) entscheidet, was in der aktuellen Situation bearbeitet werden kann und somit selbst die Geschwindigkeit der therapeutischen Bearbeitung reguliert.


Ein weiterer wirkungsvoller Effekt von Kunsttherapie ist, dass wir durch Änderungen an dem von uns erschaffenen Werk ein Gefühl dafür entwickeln können, was mit uns geschehen würde, wenn wir diese Veränderungen auf unser Leben übertragen würden.
Diese spezifische Wirkung von Kunsttherapie kann uns helfen, die Angst vor Veränderungen zu verlieren und neue Wege jenseits schädigender verinnerlichter Muster zu finden.